Interview / Steckbrief zur Kommunalwahl 2018 in Kiel

Für jedes Mitglied der Wahlliste wurde ein einminütiges Video erstellt. Die Fragen, die wir dafür beantwortet haben, waren natürlich länger als eine Minute, deshalb möchte ich euch meine Antworten auf diese Fragen in Textform vorstellen.

Steckbrief

Name: Daniela Sonders
Beruf: (Online-) Journalistin, Management des Kieler MTV
Alter: 42
Wahlkreis: Kein Wahlkreis / Listenplatz 9.

Wenn du jetzt eine Sache in Kiel sofort ändern könntest, was wäre es?

Sofort? Dann hätte ich gern mehr autofreie Velorouten in der Stadt. Kiel ist eine Fahrradstadt und ich fahre seit Jahren immer wieder durch die Gutenbergstrasse und frage mich, wann diese Brücke dort ein Fahrradweg wird. Und natürlich wäre es toll, wenn man den Menschen, die hier leben oder uns besuchen kommen, mit besserer Beschilderung die Möglichkeit gibt, die vorhandenen Routen zu nutzen. Ich wünsche mir eine lebendige, wachsende Stadt, mit sportlichen, sozialen und kulturellen Angeboten für alle Altersklassen; Eine grüne Stadt mit viel bezahlbarem Wohnraum, die möglichst autofrei ist, wo man das Auto aufgrund einer tollen ÖPNV-Anbindung aber auch nicht vermisst.

Ich komme vom organisierten Sport und ich bin angetreten, um den Menschen, die sich in fast 200 Vereinen ehrenamtlich für 63.000 Kieler Sportler engagieren, meine Unterstützung anzubieten. Zum Beispiel, in dem viele Abläufe mit den Ämtern vereinfacht und am besten sogar digitalisiert werden, In der Verwaltung der Sporthallen oder der Finanzierung von tollen Projekten im Bereich Inklusion und Integration ist da noch eine ganze Menge möglich!

Was hat dich politisiert und zu den Grünen gebracht?

Ich hatte eine sehr entspannte Kindheit in Düsseldorf, aber als Teenager in einer schleswig-holsteinischen Kleinstadt änderte sich für mich eine Menge. Wenn die ausländische Herkunft eines Elternteils plötzlich im Umfeld eine Rolle spielt, dann fällt es schwer, nicht politisch zu werden. Ausländerfeindlichkeit wurde das erste Thema, mit dem ich mich beschäftigte, doch wenn man erstmal anfängt, sich zu engagieren, dann stellt man fest, dass es ganz viele Baustellen gibt, bei denen Ungerechtigkeit passiert oder bei denen Menschen etwas bewirken können. Dabei ist es mir egal, ob es mich selbst betrifft oder jemand anderen. Wenn man mich überzeugt, dass ich für eine gute Sache eintrete, und die Zeit dafür da ist, bin ich dabei. Das kann sowohl praktisch sein, wie die Tatsache, dass ich seit Jahren mit Freunden Samenbomben verteile, um Bienen und Hummeln Nahrung zu geben, aber auch theoretisch, wenn ich seit fast 20 Jahren im Internet über politische Themen debattiere.

Die Grünen stehen seit ihrer Gründung dafür, eingefahrene Dinge auch mal anders zu denken. Themen, die wenig beachtet werden, ins Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Sich selbst auch mal hintenanstehen zu lassen, wenn es um die Sache geht. Deshalb war es für mich der einzige logische Schluss, grüne Politik betreiben zu wollen.

Was ist dein politisches Lieblingslied?

Die Auswahl fällt mir als ehemaliger Musikredakteurin schwer, und die Spotify-Liste, die von den Kieler Grünen zusammengestellt wurde, bietet schon einige Perlen. Ich habe mich für „Pushed Again“ von den Toten Hosen entschieden. Gerade in Verbindung mit dem Musikvideo zeigt der Song deutlich, wie wichtig die Selbstbestimmung der Menschen ist, gerade in Zeiten, in denen auf die Menschen in zu vielen Ländern hoher politischer Druck ausgeübt wird. Auch wenn Kommunalpolitik nur eine ehrenamtliche Tätigkeit ist, so ist es doch ein wichtiges Puzzlestück bei der Selbstbestimmung der Menschen. (Passt auch: „Deine Schuld“ von den Ärzten und natürlich „Der Tag wird kommen“ von Marcus Wiebusch).

Was verbindet dich mit Kiel?

Ich bin ja gebürtige Rheinländerin und kann euch daher sagen, dass der stete Wind und die Nähe zum Wasser einem niemals zu viel werden kann. Als „Wahl-Kielerin“ mag ich den Mix aus Menschen, die von überall her nach Kiel gekommen sind, die Größe der Stadt, in der ich mich nicht von den Nachbarn überwacht, aber auch nicht anonym fühle, und natürlich die breit über die Stadt verteilte Kultur- und Kneipenlandschaft. Kiel ist in den letzen zwanzig Jahren, die ich mich hier herumtreibe, immer lebenswerter geworden. Das zu erhalten und besser noch auszubauen ist mein Antrieb, mich zu engagieren.

Was sagst du jemandem, der*die sich überlegt, sich politisch zu engagieren?

Machen! Such Dir ein Thema, für das Du brennst. Schaue nach, auf welcher politische Ebene Du in diesem Thema am besten weiterkommst, kommunal, im Land, im Bund oder in Europa und dann bring Dich ein. Ob in einer Partei oder in einem Verein oder einer Lobbygruppe: Meiner Erfahrung nach sagt niemand nein zu einer engagierten Person 🙂

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